„Ich hab schon ein Buch gelesen und ganz viele Podcasts gehört, also die Basics kenn ich, die brauchen wir nicht ansprechen!“ Ich wollte die Zeit im Reading so gut ausnutzen, wie es nur geht. Ich hatte ganz spezielle Fragen zu meinem Businessaufbau und zur Kundenanziehung als Projektor.
Doch Jana bestand darauf. Sie nahm sich extra eine halbe Stunde mehr Zeit, um kurz mit mir durch die Basics zu gehen. Was für ein Glück! Denn schon direkt am Anfang löste sie dadurch in mir eine Blockade auf, die ich mir selbst gesetzt hatte. Direkt in dem Moment, in dem ich erfahren hatte, dass ich ein Projektor bin.
„Ich muss auf anerkennende Einladung warten!“ hatte ich mir immer wieder gesagt. Und somit nicht den Podcast gestartet, nicht die Freundin angerufen, nicht den Ausflug gemacht… Ich habe mich begrenzt, da ich davon ausging, etwas könne mir nur gelingen, wenn ich dafür eine Einladung bekomme wie „Monique, du hast so eine schöne Stimme, mach doch mal eine Meditation als Podcast.“ Oder von meinen Kids etwas wie „Mama, wir waren schon so lange nicht in diesem pädagogisch wertvollen Museum, lass uns doch bitte zusammen dahingehen.“ Jaaaaa. Auch eine schöne Form der Ausrede, nicht zu starten.
Also direkt zu Beginn meinte Jana: „Das mit der Wertschätzung und Anerkennung, das gilt nur im Umgang mit Menschen. Du für dich kannst alles machen.“ Ich für mich kann alles machen. Wenn ich einen Podcast aufnehmen will, dann kann ich das. Wenn ich einen Ausflug machen will, dann kann ich das, wenn ich meine Freundin anrufen will, dann kann ich das. Wenn jemand etwas von mir erledigt haben möchte, dann ist es wichtig, dass ich darauf achte, dass die Anfrage mit Wertschätzung und Anerkennung an mich getragen wird. Wenn ich meinem Kind meine scharfsinnige Weisheit mit auf den Weg geben will, ist es sinnvoll vorher zu fragen: Willst du meine Meinung wissen?“ sonst trifft es meist auf taube Ohren oder Widerstand und das löst wiederum Bitterkeit auf meiner Seite aus. Unverständnis. Wieso will mein Gegenüber – in diesem Falle mein Kind – das für mich Offensichtliche nicht hören, das Glasklare nicht wissen?
Mit meiner Projektoren-Aura kann ich spitz in einen Menschen eindringen. Hört sich jetzt komisch an, meint aber, dass ich direkt bestimmte Dinge sehe, spüre, etwas über den Gefühlszustand dieses Menschen weiß. Und ich will es ihm mitteilen! Gleich! Jetzt! Sofort! Es ist so wichtig für diesen Menschen, das zu wissen. Doch er will es meist nicht wissen. Und das ist ok. Schwer für mich zu ertragen, aber besser als zu erleben, wie meinen Worten widersprochen wird. Mit Wut. Mit Ärger. Weil ich ohne Einladung etwas über den Gefühlszustand dieses Menschen mitgeteilt habe. Daher das Warten auf die Einladung.
Ich habe mich schon immer gewundert, warum mir die Menschen, ihre Geschichten erzählen, bei mir in Tränen ausbrechen und ihre Gefühlswelt offenbaren. Vor 15 Jahren war ich in einem energetischen Seminar. Dort waren 60 Menschen und haben gelernt mit Energie umzugehen, bestimmte Sachen zu „korrigieren“ und genau das sollten wir üben. Zu zweit. Bei jeder Übung brach mein Gegenüber in Tränen aus, erzählte mir Momente, die ihn verletzt haben im Leben, Schwierigkeiten, die er zu meistern hatte. Ich schaute mich im Raum um. Die anderen lachten, waren am ruhigen Arbeiten, entspannt. Und bei meinem Gegenüber Drama! Jedes Mal. Ich verstand es nicht. Doch genau das macht die spitze Aura. Sie gibt dem Gegenüber das Gefühl gesehen zu werden. Gehört zu werden. Gefühlt zu werden. Und das wird er auch.
Inzwischen kann ich sehr gut damit umgehen und beschreibe dies als Raum halten. Wenn mir mein Gegenüber von seiner Verletzung der Seele erzählt, kann ich das aushalten, das Thema halten und ihn halten. Egal wie tief es geht. Egal wie schwer es ist. Ich kann das. Und das wird gespürt. Und angenommen. Dankbar.
Um den Bogen zu schließen: Als Einsteiger kann es passieren, dass Grundsätze noch nicht ganz erfasst werden oder falsch interpretiert werden. Ich bin so froh, dass ich dieses Reading gemacht habe und das Jana auf die Basics bestanden hat. Endlich habe ich dieses unangenehme Gefühl nicht mehr, wenn ich etwas starten will, dieses Gefühl, ich müsse doch um mein Human Design zu leben auf die Einladung von jemanden warten und wenn ich es nicht tue, wird es nicht so gut werden, wie es werden könnte…
Ich bin frei zu tun, was mir gefällt – ganz ohne Warten oder Einladung. Gleichzeitig achte ich darauf, was ich den Menschen mitteile, die mir begegnen. Nicht jeder möchte nach dem Hallo in die Tiefen der Seele eintauchen. Auch wenn ich das liebe. Ich frag vorher mal nach.
In der nächsten Episode geht es um die Milz und den Erfolg.
Ich freue mich, wenn du wieder dabei bist.
In Verbundenheit
deine Monique