Ich nehme dich heute mit in meinen Selbstcoachingprozess.
Ich höre gerade einen Podcast über Geld auf allen Ebenen. Wenn dir die Ebenen nichts sagen, schau mal hier, da findest du eine Podcastepisode von Ralf Stumpf dazu. Und bei Ebene V – Identität – fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich bin Unternehmerin!
Bin ich das? Ja. Ich biete eine Dienstleitung an, sogar mehrere, ich plane noch viel mehr. Zum Beispiel Events an anderen Orten. Doch sehe ich mich selbst als Unternehmerin? Bisher nicht.
Also ist es an der Zeit, diese Identität anzunehmen.
Was bringt mir eine neue Identität?
Bevor ich zum Prozess komme, wie genau ich das mache, möchte ich noch ein paar Gedanken teilen, was eine neue Identität bringt. Eine neue Identität zu kreieren, bedeutet, ein neues Set an Glaubenssätzen, Werten, Strategien, Verhaltensweisen, Kontexten zu schaffen. Jeder von uns hat mehrere Identitäten. Gunther Schmitt nennt sie ICH-Container. Den meisten Menschen sind ihre verschiedenen Identitäten nicht bewusst, geschweige denn können sie sie bewusst wechseln. Doch im Laufe der NLP-Ausbildung, eher Richtung Master, erlernt man diese Fähigkeit. Nun ist eine meiner stärksten Identitäten, die der Mutter. Weitere sind die NLPlerin und die Reikianerin, die Lernende und die Genießerin. Umgangssprachlich spricht man auch von Rollen, wovon es natürlich tausende gibt, jedoch nur fünf bis sechs, die wirklich zählen im alltäglichen Leben.
Wird nun eine neue Identität kreiert, kann ich selbst bestimmen, was ich alles dort hineinpacken möchte – ein bisschen wie Persona-Design. In meinem Fall weiß ich schon genau, wie das Design meiner Unternehmerin aussieht. Ich habe mich seit einiger Zeit mit den unterschiedlichsten Unternehmern beschäftigt, mir Gedankennotizen gemacht, was ich gut finde und was nicht. Diese kann ich jetzt zu Rate ziehen. Zum Beispiel weiß ich ganz genau, dass meine Unternehmerin, sich wöchentlich Zeit nimmt, um ihre Strategie zu planen, um am Unternehmen zu arbeiten, um Content zu kreieren und um Kontakte zu knüpfen (und hier bemerke ich schon das andere Wording – normalerweise würde ich schreiben „Menschen kennen lernen“). Sie glaubt an das Wachstum ihres Unternehmens, sie kennt den Nutzen ihrer Angebote und weiß, welche Transformation möglich ist. Sie hat ein mitreißendes Auftreten, wenn sie sich vorstellt und wenn sie unternehmerisch agiert.
Natürlich ist der Einwand gerechtfertigt: „Warum machst du das nicht einfach ohne neue Identität?“
Die Antwort ist ganz einfach: Ich kann es nicht. Nicht vom Können her im Sinne von Fähigkeiten oder Umsetzung, sondern vom Können her, dass meine Identitäten, dieses Skillset nicht inkludiert haben. Die Mutter setzt sich nicht am Sonntag hin und macht einen Businesswochenplan, sie spielt mit den Kindern. Die NLPlerin hört einen Podcast, die Reikianerin meditiert und die Genießerin schaut sich den Sonnenuntergang an. Daher ist es für mich einfacher eine neue Identität zu kreieren als das Set an Verhaltensweisen, Glaubenssätze und Werte bei einer anderen Identität reinzustopfen.
Der Prozess der Installation
Und wie mache ich das? Ich installiere sie. Das hört sich jetzt nüchterner an als es ist, denn der Installationsprozess findet auf den oberen logischen Ebenen statt. Dies bedeutet: 1. Er ist einmalig. Er findet nur einmal statt. 2. Er ist emotional. Denn es geht über die Ressource der Ebene drüber – der Signifikanten Emotionalen Anderen. Was bei mir immer Tränen, Emotionen, Tiefgang bedeutet.
Da ich schon oft mit meinen Identitäten gearbeitet habe, starte ich an einem anderen Punkt, als jemand, der gerade erst realisiert, dass er mehrere Selbste hat. Am einfachsten ist da der Einstieg über die innere Kind Arbeit, unter der die meisten sich etwas vorstellen können. Von „Es gibt mich und mich als Kind.“ hin zu „Es gibt mich zweimal als Erwachsenen.“ Ich installiere die Identität als ein Selbst, die ich in meinem Inneren als Person darstelle.
Also ich nehm dich jetzt mal mit durch meinen inneren Prozess:
Ich sehe meine verschiedenen Selbste in einem Kreis stehen, ich bin dort als Hauptcharakter „Monique, die Chefin meiner Selbste“. Ich begrüße alle Anwesenden herzlich mit Umarmungen, wir machen Small Talk. [Das geht natürlich nur so easy, wenn man regelmäßig im inneren Raum arbeitet. Beim ersten Mal kann die Begrüßung auch mal nicht so nett sein.] Dann erkläre ich, dass sich eine Neue zu uns gesellen wird – die Unternehmerin. Sie kommt aus dem Licht in unseren Kreis und wird von allen herzlich begrüßt. Ich bemerke direkt, dass sich Unruhe ausbreitet. Die Zeit ist begrenzt, wenn jetzt eine mehr da ist, wie wird die Zeit neu aufgeteilt? Das ist immer eine der Hauptfragen, daher war ich vorbereitet. Nach einigen Wortwechseln ist die Genießerin bereit, einen Großteil ihrer Zeit für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Wir haben ein halbes Jahr ausgemacht. [Es ist wichtig, bei solchen Veränderungen bestimmte Zeiträume auszumachen. Es kann sein, dass sonst die eine Identität anfängt, sich bemerkbar zu machen, zur Not auch mit Problemen oder unerwünschten Verhaltensweisen. Daher vereinbaren wir ein weiteres Treffen nach 6 Wochen zum Schauen, ob es so passt und ein Treffen nach Ablauf der 6 Monate, um neu zu verhandeln. Diese Termine trage ich mir in meinen Kalender ein und halte sie ein. Wenn du schon mal mit Teilen gearbeitet hast, die sich ignoriert fühlen, dann hast du eine ungefähre Vorstellung, was Selbste, die ignoriert werden, kreieren können.] Auch die anderen geben jeweils einen kleinen Teil ihres Zeitkontingentes ab. [Das hört sich jetzt so an, als würden das feste Zeiten sein, dem ist nicht so. Es ist eher eine gefühlte Zeit und das Anrecht auf die Einnahme eines bestimmten Zeitraumes am Tag oder in der Woche.] Die Unternehmerin bedankt sich. Ich verabschiede mich von allen.
Ich assoziiere mich mit der Unternehmerin. Ich merke sofort, wie sich meine innere Haltung und auch meine äußerliche Haltung ändern. Ich sitze aufrechter und habe einen stärkeren Ausdruck. Ich merke eine Anspannung in den Armen. Diese ist nicht negativ, eher eine „Ich leg jetzt los“-Anspannung.
Da dieses Selbst neu für mich ist, gehe ich mit ihr in die Zukunft. [In der Gegenwart habe ich nicht so viele Referenzpunkte, mit denen ich arbeiten kann, daher bediene ich mich aus denen in der Zukunft.] Ich sehe mich arbeiten: hart, aber strategisch, lang, aber mit Freude. Ich sehe mich scheitern, weinen, kurz vor dem Aufgeben. Ich sehe mich strahlen, vor vielen Menschen, in Verbindung. Ich halte einen Zeitungsartikel in der Hand in der Happiness. Ich spüre den Impact, den ich habe auf einzelne Personen, deren Weg ich kreuze, sogar manchmal begleite. Inzwischen laufen mir die Tränen die Wange runter, denn ich bin richtig drin in diesen Momenten. Ich spreche mit meinen Kunden. Ich höre ihr Feedback.
Und da entscheide ich, hier den Perspektivwechsel einzubauen. Ich wechsle in eine mir wichtige Person oder in eine Gruppe, das heißt in diesem Fall, ich wechsle in meine Kundin, die gerade mit mir spricht und nehme diese Situation aus ihrer Sicht wahr. Ich spreche Monique, der Unternehmerin Dankbarkeit aus und erzähle, wie sehr sich mein Leben verändert hat durch ihre Arbeit. Dann wechsele ich wieder zurück in mich und höre diese Worte und spüre diese Dankbarkeit, die mir und meiner Arbeit entgegengebracht wird. [Dankbarkeit ist eine sehr hochschwingende Emotion. Sie lässt sich immer gut einsetzten, wenn man auf den oberen logischen Ebenen arbeitet.]
Nun schaue ich zurück auf das Jetzt und auf den Weg und spüre Dankbarkeit und Stolz. Ich sende mir eine Botschaft: „Genieß deinen Weg mit all seinen Höhen und Tiefen. Am Ende lohnt es sich! Du bewegst die Menschen.“ Nun kehre ich wieder in das Hier und Jetzt und höre mir die Botschaft aus der Zukunft an.
Ich genieße noch eine Weile dieses schöne starke Gefühl, diese Bilder und erforsche nebenbei ein bisschen, welche Bedürfnisse sich melden, was die Unternehmerin jetzt möchte.
Nun ist die neue Identität installiert. Die kommenden Wochen werde ich besonders auf die Veränderungen achten, wie ich mit anderen Menschen umgehe, wie ich plane und wie ich umsetze. Um dann in 6 Wochen bzw. 6 Monaten ein Feedback für mich zu haben und abschätzen zu können, ob ich dieser Identität dauerhaft so viel Raum geben möchte, wie sie ihn jetzt testweise erhalten hat.
Ich hoffe, du konntest mir folgen. Innere Prozesse aufzuschreiben, ist eine Herausforderung, da Innen so viel gleichzeitig geschieht. Nimm mal die Lieblingsszene aus einem Film und versuche sie jemanden, der sie nicht kennt, zu beschreiben. Mit allen Handlungen, Gefühlen, der Umgebung, der Stimmung, der Musik, den Gesprächen, den Emotionen, den Veränderungen. So herausfordernd ist das. Es hat Spaß gemacht und ich berichte dann in 6 Wochen, wie es weitergeht.
In Verbundenheit
deine Monique